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Wird die Brust mit Gewebe vom Rücken wieder aufgebaut, nennt man dieses Verfahren eine Latissimus-dorsi-Rekonstruktion. Der Vorteil dieser Operation ist die unbegrenzte Haltbarkeit, da es sich um Eigengewebe handelt.
Das Wiederherstellen der Brust durch Fett-Muskel-Gewebe des Bauches wird als Rectus abdominis-Lappen (TRAM) bezeichnet und hat - wie auch die Latissimus-dorsi-Rekonstruktion - entscheidende Nachteile: Oft müssen wir zusätzliche Implantate verwenden und Muskel entfernen, was später zu Beeinträchtigungen führen kann.

Neuere Entwicklungen in der Mikrochirurgie (ohne die Verlagerung von Muskelgewebe) stellen hochinteressante Alternativen dar (z.B. der DIEP-Lappen, bei dem nur Fettgewebe vom Bauch - ohne Muskelanteil - zur mikrochirurgischen Rekonstruktion benutzt wird). Aufgrund der hohen operativen und mikrochirurgischen Anforderungen kooperiert das Brustzentrum SAAR bei diesen und anderen plastisch-rekonstruktiven Eingriffen an der Brust mit einem plastischen Chirurgen. 

Der Wiederaufbau mit Silikonprothesen nach komplett entfernter Brust erfolgt mit einem Platzhalter (Expanderprothese), der zur Vordehnung unter den großen Brustmuskel eingesetzt wird. In einem zweiten Schritt erfolgt der Ersatz des Expanders durch die endgültige Silikonprothese. Eine angleichende Reduktion der anderen gesunden Brust ist ebenso möglich.
Neuere Möglichkeiten bei der Prothesen-Rekonstruktion bieten auch die sog. azelluläre Dermis-Matrizen. Eine Matrix wird an den Muskel angeheftet, so dass eine Expandereinlage nicht nötig ist.
Bei einer Rekonstruktion mit einer Prothese können später Angleichungsoperationen nötig sein, bei der auch narbenähnliche Umbauten zu beheben sind (man rechnet in bis zu 40% der Fälle bei Implantatsträgerinnen mit Folgeoperationen innerhalb der ersten 5 Jahre aufgrund von Komplikationen wie z.B. einer Fibrose).

 

Dr. Martin Deeken
Leiter Brustzentrum Saar

Anmeldung:
Petra Lang
Tel.: 06898 / 55-3200
Fax: 06898 / 55-2230
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